• Kuno Bärenbold ist im Mai verstorben / nachgelassene Texte in "Lindemanns Bibliothek im Info Verlag"

    Liebe Leser, liebe Freunde von Kuno,
    die meisten werden es wissen - Kuno ist im Mai 2008 an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.
    Seine Homepage und sein Blog bleiben in dieser Form erhalten, Emails werden von niemandem mehr bearbeitet.
    Nun sind die nachgelassenen Texte von Kuno unter dem Titel "Letzte Verführung" in "Lindemanns Bibliothek im Info Verlag" erscheinen, herausgegeben von Thomas Lindemann und Matthias Kehle mit einem Vorwort von Harald Hurst und einem Nachruf von Peter Kohl.

    Hier geht's zur "Letzten Verführung"

    Weitere "Eingriffe" in Kunos Webblog werde ich nicht vornehmen.

    Matthias Kehle, Nachlassbearbeiter

  • Schöner Rausch

    Ein in Freude oder Zorn
    getrunkener Rausch
    kann befreiend, lustig,
    sogar liebenswürdig sein.
    Hermann Hesse

  • Mut tut gut!

    „Meine Rolle kann nicht die des Priesters sein, denn es steht keine Kirche hinter mir. Wenn ich dennoch Rat zu geben versucht habe, so tat ich es niemals als Führer, immer nur als Mitleidender, als etwas älterer Bruder.“

    Hermann Hesse hat sich stets einem „Dutzendleben“ widersetzt, bedingt durch Fremdbestimmung und Anpassung. Er kennt Roheit, Neid, Hass in der Umwelt, übersieht aber nicht unwürdige Lebensbedingungen und bleibt deshalb bei seiner Überzeugung: „Die schönste Frucht des Humanismus ist die Ehrfurcht vor dem Menschen.“

    In Erzählungen, Gedichten, Briefen und Aphorismen finden sich viele kluge Anregungen des Dichters: „Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben – aber es hat ganz genau so viel Sinn, als wir ihm zu geben vermögen.“ Dazu zählt eine besondere Eigenschaft: "Wer eigensinnig ist, gehorcht einem einzigen, heiligen Gesetz in sich selbst. Sei du Selbst, es gibt keinen andern Weg zur Wahrheit und Entwicklung.“ Merkenswert auch der originelle Vergleich: „Fantasie ist die Mutter der Zufriedenheit, des Humors, der Lebenskunst, nur noch auf das zu hören, was Herz und Vernunft vorschreiben".

    Auf seiner Suche nach den Quellen der Freude, sei es in der Natur, Malerei, Musik und Poesie, erkennt der mit den Jahren gereifte Dichter: „Je älter ich wurde, desto mehr wurde mir klar, wo ich die Quelle der Freuden und des Lebens suchen müsse. Geld war nichts, Macht war nichts. Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe.“

    Hermann Hesse: Ermutigungen. Gedanken aus seinen Werken und Briefen. Zusammengestellt von Volker Michels. Frankfurt: Suhrkamp Verlag 2008. 114 Seiten, 6.- Euro

  • Vom Paradies

    Das Paradies
    habe ich mir immer
    als eine Art
    Bibliothek vorgestellt.
    Jorge Luis Borges

  • Im Dunkeln ist gut munkeln

    Eine lobenswerte Fleißarbeit: Christian Strich hat 333 Sprichwörter, Aphorismen, Epigramme und Maximen aus der Weltliteratur, dem Dichter- und Volksmund gesammelt und als „Denkanstöße“ veröffentlicht. Da sich angeblich beide „Gedankenlieferanten“ schon immer aus dem sprichwörtlichen Fundus des anderen bedienten, hat er deren Namen weggelassen, wofür er um Pardon bittet.

    Immer wieder ist es ein schönes Erlebnis, bereits vergessene und vertraute Redewendungen zu entdecken: „Denkt ans fünfte Gebot: Schlagt eure Zeit nicht tot! Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ In den geflügelten Worten steckt meist ein Körnchen Wahrheit, Humor und Ironie kommen nicht zu kurz. „Wenn Arbeit adelt, bleib ich lieber bürgerlich. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Voller Bauch studiert nicht gern. Sage nicht immer, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst. Kinder und Narren sagen die Wahrheit. Liebe macht blind. Wenn du geliebt werden willst, so liebe!“

    Von Jean Paul stammt die wunderbare Definition: „Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde“; die hier enthaltenen Denkanstöße erfrischen den Geist auf vergnügliche Weise nach der Devise: „Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.“ Schade nur, dass der Herausgeber die Namen der vielen klugen Köpfe und den Volksmund nicht erwähnt. Das wird ihm nicht verziehen, für Faulheit gibt es kein Pardon!

    Christian Strich (Hg.): Alles fließt. 333 Denkanstöße für alle Lebenslagen mit Illustrationen von Bosc, Chaval, Loriot und Tomi Ungerer. Zürich: Diogenes Verlag 2008. 176 Seiten, 9,90 Euro

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